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 Wind-rad-Rat 

 

So soll es hier demnächst aussehen!
Blick von Gellin

 

Unterschriftenaktion gegen die geplante Windradbebauung
zwischen Grenzdorf und Gellin

Wir sind keine grundsätzlichen Windkraftgegner. Windräder sind allemal besser, als ein Atom- oder Kohlekraftwerk. Aber bitte dorthin, wo sie Mensch und Natur am wenigsten beeinträchtigen!

Hier bei uns soll nun auch in unmittelbarer Nähe eine Windenergieanlage gebaut werden. Die dafür vorgesehne Fläche liegt zwischen Gellin und Grenzdorf. Sie ist 42 ha groß. Damit gehört sie zu den 10 kleinsten, die in der Region Vorpommern festgelegt wurden. (Die Minimal-Größe solcher Eignungsflächen ist in den letzten Jahren von 85 ha auf 35 ha heruntergestuft worden.)
Mehr als die Hälfte dieser Fläche liegt in einer Waldschneise des Grambower Waldes, die an ihrer schmalsten Stelle nur 150 m breit ist. Das ganze Gebiet ist eigentlich als eine größere Waldlichtung mit einem kleinen, spitz auslaufendem Teil ins freie Feld zu sehen.
Demnächst sollen hier 6 Windräder mit einer Höhe von 200 m bis 250 m Rotorspitze errichtet werden. Vier dieser Riesen werden dann sogar mit ihren Rotoren mehr als 50 m über den Wald ragen!

Die Landbesitzer der Eignungsfläche haben bereits Vorverträge mit der Betreibergesellschaft ENERTRAG über sehr hohe Pachtbeträge für das nächste Jahrzehnt abgeschlossen.

Blickt man sich heute im südlichen Vorpommern um, sieht man viele großflächige Windradfarmen am ganzen Horizont. Und auch hier bei uns werden Geräuschemissionen und die vielen Flugwarnlichter dieser hohen Windräder den Eindruck entstehen lassen, Teil eines gigantischen Industrieparks zu sein. Die ortsansässige Bevölkerung wird quasi in ein Industriegebiet umgesiedelt, ohne tatsächlich umzuziehen.
Gefragt worden ist dabei keiner direkt.

Ein regionaler Planungsverband befasst sich seit Jahren - administrativ aus Greifswald denkend - mit den in Frage kommenden Eignungsgebieten für die Windkraftanlagen. Dort sind zwar auch stimmberechtigte Repräsentanten einzelner Regionen vertreten, aber wir, die Bevölkerung im Umkreis von 3 km, wussten bislang nichts von dem geplanten Windradfeld im Grambower Wald.

Die Öffentlichkeit hat nun, sofern sie nicht einverstanden ist, ein Einspruchsrecht von zwei Monaten - vom 16. Mai bis 18. Juli 2017. Die Öffentlichkeit muss die Ablehnungsgründe beweisen.
Jetzt also – kurz vor „Toresschluss“ - gibt es ab 16. Mai erstmalig eine Auslegung der betreffenden Dokumente im Amt Löcknitz. Auch im Internet kann Einsicht genommen werden.
Aber die Zeit für ein Einspruchsrecht ist recht knapp. Jetzt sollen wir als Laien in zwei Monaten dort seltene Fledermausarten suchen, Horste der unter Artenschutz stehenden Rotmilane und Schreiadler ausfindig machen, am besten noch bewachen, damit nicht - wie zigmal vorgekommen - mit krimineller Energie solche Nistplätze zerstört werden!

Ohne langfristige, also frühzeitige Informationen über das Vorhaben kann kein Anwohner sein Einspruchsrecht wirkungsvoll wahrnehmen. Das hat mit demokratischer Einbeziehung der Bevölkerung nichts zu tun.

Laut eigenem Verständnis hält der Planungsverband Vorpommern/Greifswald Waldgebiete als Ökosysteme für ausdrücklich schützenwert. - Warum plant er dann direkt im Grambower Wald eine Windkraftanlage? Weil er die Schneise des Gebietes für eine Freifläche hält? Hört das „Ökosytem Wald“ direkt am Waldrand auf?

Wer hier wohnt, weiß, dass Kranichgruppen und Störche auf den exakt im künftigen Windpark gelegenen Feldern zwischen Grenzdorf und Gellin ihre Rast-, Sammel- und Futterplätze haben. Im Frühjahr und Herbst sind Kranich-, Weißstorch-, Schwäne-, Wildgänse- und Entenzüge ein täglich gewohnter Anblick am Himmel. Baum- und Wanderfalken sind zu beobachten. Rot- und Schwarzmilane, Bussarde und Habichte, Schreiadler oder Raben kreisen im Sommerhalbjahr über dem Windradeignungsgebiet. Und zwar jedes Jahr. Und kein Rotmilan richtet sich in seinem Flugverhalten nach den vorgegebenen Schutzabständen von 1000 m zu seinem Horst.
Ein auf dem Acker liegendes Feuchtbiotop (1 ha) gehört teilweise auch mit zur Planungsfläche, obwohl es gesetzlich geschützt ist. Jedes Jahr brütet dort ein Kranichpaar. Dieses Biotop wird wohl das Baugeschehen nicht überleben.
Von noch größerer Bedeutung ist das dem Eignungsgebiet sehr nahe Flockseegebiet (7,7 ha), welches sich aus zwei nebeneinander liegenden, gesetzlich geschützten Biotopen (4,6 ha und 3,1 ha) zusammensetzt.
Der Planungsverband berücksichtigt aber nur Biotope ab einer Größe von 5 ha!
Wir sind der Auffassung, dass diese beiden großen Biotopflächen als ein Ganzes zu betrachten sind. Dadurch wird das in der Nähe gelegene Eignungsgebiet für die Windkraft soweit reduziert, dass es insgesamt für einen Windpark nicht mehr in Frage kommt.

Unübersehbar ist, dass sich das Eignungsgebiet 46/15 in einem größeren Areal befindet, das mit den nördlichen Wäldern bis Book und dem großen Waldgebiet direkt hinter der Grenze zu Polen einen idealen Lebensraum für alle Greifvogelarten bildet. Derartige Flugabstände zwischen Nistplatz und Futtersuche sind für alle Beutegreifer auf Feld und Flur üblich. Unweigerlich müssten sie von einem Waldgebiet zum anderen das Windradfeld durchfliegen.
Denn: Ein Ökosystem hört nicht an einer Landesgrenze auf!

Wir Anwohner von Bismark, Gellin, Grenzdorf, Linken, Neu-Grambow und andere in der Nähe Wohnende sind gegen diese Windkraftbebauung in unserer unmittelbaren Umgebung und erheben mit all den genannten Argumenten und insbesondere aus Naturschutzgründen gegen diese Planung Einspruch!!

 

Wer damit einverstanden ist, kann auf einer Liste unterschreiben.
Die Unterschriften werden von freiwilligen Helfern aus Linken, Bismark, Grenzdorf, Gellin und Neu Grambow in den nächsten Wochen - bis spätestens 21. Juni 2017 - gesammelt.
 
 

 

 
 
Eignungsgebiet
Windkraftanlagen Eignungsgebiet 46/2015

 

 

 

 

 

 

Blick von Bismark
Blick von Bismark, Gebiet 46
 
Blick von Neu Grambow
Blick von Neu Grambow, Gebiet 46
 
Blick vom Bahndamm Ramin, Schmargerower Weg, Gebiet 46
 
Blick von Ramin, Gebiet 45

 

 

 
 
 
Weitere Links zur Sache:
 

Den Entwurf der Zweiten Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms findet man hier:

http://www.rpv-vorpommern.de/regionalplanung/rrep-vp-zweite-aenderung-2017.html

 

Diskussionsgruppe bei Facebook:

https://www.facebook.com/groups/1365068116906729/

 
 
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